Mit Selbsthypnose die Prüfung bestanden

Selbsthypnose

Ich mag Prüfungen. Eigentlich. Zumindest die Minuten vorher, in denen ich angespannt bin, in den Startlöchern, bereit, das niederzuschreiben, was ich gelernt habe. Meistens mag ich die Prüfung auch noch während und oft sogar danach. Aber nicht diese doofe Prüfung in Entwicklungspsychologie im letzten Dezember. Die mochte ich schon ab der zweiten Minute nicht mehr.

Die erste Aufgabe war locker, spannend, ziemlich offen. Doch, diese Frage konnte ich beantworten, denn darauf hatte ich mich schliesslich vorbereitet.  Danach ging es bergab. Es passiert selten, dass ich eine Frage lese und beschliesse, sie zu überspringen, später zurückzukommen, falls noch Zeit übrig bleibt.

Ich übersprang die 2, die 3, die 4, die 5

„Gopf“, dachte ich, was ist denn los. Wenn der Wurm mal drin ist, ist er drin. Hatte ich nicht genug gelernt? Hätte ich anders lernen sollen? Ich fühlte mich müde, konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich hatte die Themen verstanden, konnte sie verknüpfen, nachvollziehen, aber scheinbar reichte das nicht. Gefragt waren Details, die ich im Kopf einfach nicht mehr fand.

Noch machte ich mir keine Sorgen, die Klarheit würde zurückkommen. Aber mit jeder weiteren Aufgabe, die ich überspringen musste, wuchs der Frust. Nachdem ich mich in Gedanken selber beschuldigt hatte, begann ich meine Wut auf die Prüfung zu lenken. Was für eine doofe Prüfung. Wer schreibt denn so doofe Prüfungen! Überhaupt, geht’s noch? Fluchwörter, anstatt Antworten auf die Fragen, schwirrten mir durch den Kopf. Je mehr ich mich aufregte, desto weniger klar konnte ich denken. Am liebsten hätte ich die Papiere vor mir zerknüllt und sie den Dozentinnen vor die Füsse geknallt.

Ich wurde immer negativer

Wie ein mächtiger Strudel zogen mich die schlechten Gedanken tiefer und tiefer an einen Ort, an dem ich bestimmt keine hilfreichen Lösungen zu den Fragen finden würde. Ich sah mich an einer Kreuzung stehen und hielt inne. Es war Zeit für eine bewusste Entscheidung.

Ich konnte dem Strudel nachgeben und mich in einem Pool von negativen Gedanken baden. Ich konnte eine miserable Prüfung abgeben, aber schliesslich war das ja nicht meine Schuld. Oder?  Es war die Schuld der Prüfung. Es war die Schuld der Leute, die solche Prüfungen schreiben.

Oder ich konnte meine negativen Gedanken abstellen, auf die Seite legen, ihnen die Bühne verwehren. Ich konnte versuchen mich mit meinem Unterbewusstsein zu verbinden und da die Antworten auf die Prüfungsfragen suchen. Denn irgendwo musste das Gehörte und Gelesene doch auffindbar sein. Ich entschied mich für Action.

Gut, dass ich den Trick der Selbsthypnose kannte

Den hatte ich in einem wunderbaren Kurs von Andrea Schelbert gelernt. Er war so einfach, so simpel und hatte mich stark beeindruckt. Andrea hatte den Trick von Bertrand Piccard übernommen (zur Puls-Sendung).

Das war es, was ich brauchte: eine Selbsthypnose! Ich wurde ruhig, streckte meinen linken Arm aus, ballte die Hand zur Faust, konzentrierte meine Kraft da hinein, liess den Arm fallen und rollte gleichzeitig meine Augen zurück.

Entspannt fasste ich meinen Kugelschreiber, blätterte noch einmal zur Seite 1 zurück und liess die Energie fliessen. Ohne zu zögern füllte ich sämtliche Antworten ein, klappte zum Schluss das mehrseitige Dokument zu und atmete tief durch. Ich massierte mein Gesicht und knetete meine Arme ab, um wieder voll und ganz anwesend zu sein. Die Prüfung gab ich als Erste ab, verliess zufrieden den Raum, glücklich, den Weg des Positiven gewählt zu haben.

Wochen später erhielt ich das Resultat. Die gute Note zeigte mir vor allem eins: Ich kann meinem Unterbewusstsein vertrauen. Und den Schlüssel dazu habe ich jederzeit in meiner Tasche.

 

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2 Kommentare

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