In 7 Phasen zum Erfolg

Manchmal stinken mir Sachen. So richtig fest. Beim zweiten Hinschauen sind es meistens Sachen, die mich aus meiner Komfortzone bugsieren. Die von mir ausserordentliches Bemühen erfordern. Seit ich an der PH studiere, kommt so was öfters vor. Jedes Mal wenn ich vor so einer scheinbar unerreichbaren Aufgabe stehe, wickelt sich in mir der gleiche Ablauf ab. Ich nenne es meine sieben Phasen zum Erfolg. Beim Brevet zur Rettungsschwimmerin, einer weiteren Auflage der PH, ging es nicht anders.

Phase 1: Am Anfang herrscht Freude

Ich gehöre zu der Sorte von Mensch, die den meisten Herausforderungen erstmal mit Zuversicht begegnet. Wenn mich etwas kitzelt und lockt, fliessen Ideen. Ich sehe das Resultat in meinem inneren Auge vor mir. Das wird gut.

In meinen Gedanken werde ich zum Fisch. Bald werde ich mit dem Training beginnen.

Phase 2: Die Sache ist schuld

Nun schaltet sich mein Verstand ein. Ich beginne zu rechnen, zu planen. Die zu erreichende Sache wird auf meine To-Do-Liste gesetzt. Wann soll ich das auch noch tun? Der Aufwand ist ja riesig! Die Sache wird zum Monster. Die Motzphase beginnt. Wer hatte nur die doofe Idee, so was zu verlangen?

Ich will ja sowieso nie Schwimmunterricht geben. Was soll das überhaupt? Das Training schiebe ich noch etwas hinaus.

Phase 3: Die Fahrt auf der Achterbahn

Das Eigengespräch beginnt. „Das kannst du, ist doch wirklich machbar.“, wenig später: „So und so hat gesagt, es sei schwierig, ach herrje, dann kann ich es vielleicht doch nicht.“ – „Aber ich bin nicht so und so und bei mir ging es noch immer irgendwie, das schaffe ich.“ Rein kommt eine Whatsapp Nachricht von einer Vorgängerin. Das Brevet sei hart.

Ich frage mich, warum ich mich jemals zu diesem Studium entschlossen habe. Das Training schiebe ich noch länger hinaus. Ausreden fallen mir genügend ein. 

Phase 4: Den Kopf in den Sand

Ich rede mir ein, dass es dann schon irgendwie reichen wird. Innerlich bezweifle ich es. Die neue Strategie heisst: So lange ich das Training aufschiebe und das Schwimmbad vermeide, werde ich nicht wissen, ob ich es kann oder nicht. Nicht wissen, ist besser, als die Gewissheit, dass ich es nicht schaffen kann.

Das Training schiebe ich aus strategischen Gründen auf. Es fühlt sich nicht schlecht an. Wenigstens habe ich einen Plan!

Phase 5: Aufschieben zieht nicht mehr

Nur noch drei Wochen bis zur Schwimmprüfung. Ich zwinge mich einen Testlauf zu machen. Als Maskottchen kommt mein Sohn mit. Er hält die Stoppuhr und versucht mich trotz miserabler Fitness meinerseits anzufeuern. Jetzt habe ich die Gewissheit: Ich werde es nicht schaffen.

Ist aufgeben eine Option? Wie wärs mit einem Arztzeugnis?

Phase 6: Die Kämpferin erwacht

Dies ist der beste Moment aller Phasen. In mir drin schlummert eine Kriegerin. „Reiss dich zusammen, geh trainieren, du schaffst das!“ Sie duldet keine Ausreden. Sie tritt mich in den Hintern. Ich nehme die Herausforderung an.

Beim Training gibt es viel aufzuholen. Und wenn ich ehrlich bin, macht das Schwimmen sogar Spass.

Phase 7: Jede Hürde bringt uns höher

Die Prüfung kommt und geht und ist etwas vom härtesten, was ich je getan habe. Ohne eine aufmunternde Selbsthypnose am Mittag, würde ich die zwei vollen Tage im Pool nicht durchhalten. Knapp bestehe ich. Aber knapp ist egal, Hauptsache bestanden.

Das Hochgefühl ist fantastisch. Erfolge, die erkämpft werden müssen, sind doppelt so gut!

 

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