Big Magic – danke Elizabeth Gilbert

Freundschaft ist mir das wichtigste im Leben. Freundschaft für die Freude, für das Gemüt, für das Teilen, den Austausch, die Liebe, aber auch Freundschaft für das Wachstum, die persönliche Entwicklung, die Inspiration. Nicht selten erreichen mich Nachrichten mit den ach so schönen Worten „ich hab dich lieb“ oder „ich drück dich“, „ich denk heute an dich“ und ich denk mit Liebe und Wärme an meine Freundinnen, die mir das Dasein bereichern. Letzthin flatterte keine Nachricht, sondern ein Buch in mein Leben. Absender: eine meiner Freundinnen. Sie weiss instinktiv, was ich im Moment brauche.

Big Magic heisst das Meisterwerk von Elizabeth Gilbert

Die Autorin, die mit ihrem Bestseller Eat, Pray, Love weltberühmt geworden ist, hat mit Big Magic einen weiteren Literaturzauber geschaffen. Elizabeth Gilbert inspiriert mit ihren Worten und ermutigt ihre Leser, das eigene kreative Leben zu entfalten. Dabei bedient sie sich Erzählungen aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz.

Alle paar Seiten sticht ein Satz besonders heraus, trifft mich mitten ins Herz, in die Seele oder in den Kopf. Ich knicke dann jeweils die Seitenecken ein, damit ich die Stelle später wieder finde. Eine Unsitte von mir, die ich mir nur bei eigenen Büchern erlaube. Bücher sind für mich Schätze, ein Geschenk, etwas sehr wertvolles, gleichzeitig aber auch Werkzeuge, Studien- und Gebrauchsmaterial. Sie leben mit mir mit. Und ich lebe mit ihnen mit. Big Magic wird ein Buch sein, dass ich nicht nur einmal lese.

Unter anderem schlägt die Autorin vor, dass Ideen eigene Seelen, eigene Geister seien. Diese Ansicht ist mir nicht neu, sogar das Donald Duck Taschenbuch meines Sohns hat so ein ähnliches Konzept schon mal aufgegriffen. Elizabeth Gilbert bringt Beispiele davon, wie sich Ideen andocken und uns wieder verlassen, wenn wir ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. Sie berichtet, wie eine Idee sich dann einen neuen Gastgeber sucht, um sich zu verwirklichen. Sie schreibt von den Vorteilen, wenn man Erfolge und Misserfolge mit der Ideenseele teilen muss. Von den Heureka-Momenten, die scheinbar aus dem Nichts kommen.

Begeistert lege ich das Buch auf die Seite und erzähle meinem Mann davon. Er lacht erst mal laut, schaut mich an, zeigt auf meinen Kopf. „Ja, ich kann die Ideenseelen förmlich sehen. Du hast tausende, die um dich herumfliegen und versuchen, bei dir zu landen!“

Wenn er recht hat, hat er recht

Jetzt stelle auch ich mir die kleinen, lieben Geister vor, die mit ihren winzigen Flügeln und einer Unermüdlichkeit um mich flattern und anklopfen. „Sie leben in der Dusche“, erkläre ich meinem Mann, der schon zig-Mal bezeugt hat, wie ich nass aus der Dusche gerannt kam, einen Noizblock schnappte und wie eine Wilde zeilenweise Gedanken aufschrieb. „Ich glaube sie mögen die feuchte Luft in der Duschkabine, die Dunkelheit und vor allem die Tatsache, dass ich beim Duschen so richtig empfänglich bin.“

Dschinns in der Dusche

Ich bin den Ideengeister wirklich sehr dankbar dafür, dass sie in mir eine scheinbar willkommene Landebahn sehen. Denn an Ideen mangelt es mir selten. Und wenn, dann weiss ich ja, wo die kleinen Geister leben… dann ruf ich meiner Familie zu „bin mal unter der Dusche“ und schon fliesst nicht nur das Wasser.

Und wenn die kreativen Ideen rieseln und Worte, Sätze, Texte entstehen, dann kommt irgendwann die Frage nach dem Wozu. Auch darüber weiss Elizabeth Gilbert weise Zeilen zu schreiben. Ich geb’s ja zu: Ich bin ein Fan.

Sie geht dem Wozu auf den Grund. Wozu kreieren wir? Wozu schreiben, malen, dichten, fotografieren, musizieren wir? Ihre Schlussfolgerung: Wir tun’s für uns selbst.

Wenn sie recht hat, hat sie recht

Mein neustes Buch liegt bei der Lektorin und wird noch dieses Jahr auf den Markt kommen.

<kleine Pause>

Bin wieder zurück, ich musste jetzt grad rasch einen Freudensprung machen.

Und ja, ich wünsche mir, dass es den einen oder anderen Leser finden wird. Dass es Menschen berührt, inspiriert und Mut macht. Ich möchte helfen, Brücken zu bauen und Liebe zu streuen. Ich freue mich, wenn es ein Lächeln zaubert, eine Träne kullern lässt. Aber ist das der Grund für vier Jahre harte Arbeit? Für Stunden des Nachdenken, Planen und Tippen? Nein. Denn auch ich schreibe in erster Linie für mich selber. Weil es mir Freude macht und weil es mir hilft.

Mein Leben setzt sich aus einem Dutzend Abschnitte zusammen, die extrem unterschiedlich waren und sich anfühlen, wie wenn ich nicht nur einmal, sondern gleich zig-Male gelebt hätte. Ich habe in vielen verschiedenen Orten und Ländern residiert, bin durch fast sechzig Länder gereist, habe zig neue Freundeskreise aufgebaut, zig-Male bei Null begonnen, allein, zu Zweit, zu Viert. Karrierewechsel, Meinungsänderungen, Depression bekämpft, Empathie aufgebaut, neue Muttersprache erlernt. Abschied genommen.

Die gegensätzlichen Abschnitte lagen wie zufällig hinter mir, unverbunden, zusammenhangslos, nicht verstanden.

Ich schreibe, um Sinn zu machen, zu ordnen, zu verstehen

Wenn ich tippe, überlasse ich die Fingerbewegungen meiner Intuition. Die Buchstaben, die auf dem Bildschirm erscheinen, regen mich zu mehr an. Mein neustes Buch streckt sich über mein ganzes Leben. Es verbindet meine Abschnitte wie Puzzleteilchen, fügt sie zusammen, ergibt plötzlich Sinn, erklärt, vergibt, lässt mich meine Motivation und Motive verstehen. Es schliesst die offenen Kreise. Wie auch das Buch Big Magic ein paar Kreise für mich geschlossen hat.

Kennt ihr das Buch von Elizabeth Gilbert auch? Hat es in euch auch so viele Gedanken und Bilder ausgelöst?

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