Homeschool vs. Schule

Wir hatten nie geplant, unsere zwei Jungs selber zu unterrichten, es war – wie im Leben oft – einfach so gekommen. Das Angebot in einem chinesischen Dorf ein Hotel zu leiten und eine Sitzung bei Desmonds 1. Klasse-Lehrerin und schon war es festgestanden: Wir werden zu Homeschoolern. Gut 3.5 Jahre unterrichtete ich meine Kinder selber, zuerst in China, dann unterwegs in einem Camper in Mexiko und den USA. Ende 2011 kamen wir zurück in die Schweiz und schulten unsere Jungs in der öffentlichen Regelschule ein.

Fazit Homeschool vs. Regelschule

Vor Kurzem befragte ich die Zwei zum Thema. Nachdem sie beide Arten von Schule erlebt hatten, zogen sie ein Fazit. Desmond, unser älterer Sohn, wird diesen Sommer die Schule abschliessen und beginnt eine Lehre. Homeschooling sei cool gewesen, die Regelschule hat ihm aber besser gefallen. Warum?

Vor allem wegen den Klassenkameraden. Mit ihnen am gleichen Strick ziehen, sich von ihren Leistungen anspornen lassen, mit ihnen draussen spielen gehen. In der Regelschule hat sich seine Welt vergrössert, er hat für sich mehr Platz und Raum bekommen. Selber entscheiden können, was er uns erzählen wollte und was nicht.

Was ihn manchmal beim Homeschoolen genervt hatte, war, dass ich aus jedem Spasserlebnis gleich eine Schullektion machen wollte. Ich erinnere mich noch gut daran, als wir in Kalifornien Seeelefanten beobachteten und ich danach mit den Kindern diese Tiere in der Schule durchnahm. Keine gute Idee…

Lenny, gut zwei Jahre jünger als Desmond, empfindet beide Arten von Schulen gleich gut. Er sei froh, beides erlebt zu haben. In der Regelschule könne er sich jedoch besser konzentrieren, als Zuhause. Zudem fände er es sehr schön, wenn er in der Schule Dinge mache, die er dann stolz Zuhause zeigen könne. Vorher wusste ich als Lehrerin immer schon, was er „in der Schule“ gemacht hatte. Was ihm an unserer Schule jedoch viel besser gefiel: weniger Prüfungen, keine Einträge, viel weniger Druck, keine Noten, weniger Lektionen.

Fazit der Lehrerin

Persönlich bin ich dankbar dafür, unsere Kinder einige Zeit selber unterrichtet zu haben. Es gab uns ein starkes Gefühl des Zusammen-können-wir-alles-erreichen. Oft reden wir über einzelne Erlebnisse von damals und sind stolz darauf. Es erlaubte uns fast unendliche Freiheit das zu tun, was wir wollten. Wir brachten Elemente der Schule in die Welt und die Welt in die Elemente der Schule. Unsere Jungs lernten in den 3.5 Jahren mehr über das Leben, als sie es hier getan hätten.

Gemeinsam haben wir die Welt erleben dürfen, ein Fundament gebaut, auf dem viel wachsen kann.

 

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